Zum 2. Bevollmächtigten wählten die Delegierten Dennis Schindehütte (43). Der bisherige Gewerkschaftssekretär folgt damit auf Elke Volkmann, die nach 49 Jahren Berufstätigkeit in den Ruhestand geht. Schindehütte erhielt 95,8 Prozent der Stimmen. Die IG Metall hat in Nordhessen rund 42.000 Mitglieder.
Demokratie verteidigen durch Solidarität und Fairness
„Wir verteidigen die Demokratie durch Solidarität und Fairness im betrieblichen Alltag“, sagte Oliver Dietzel bei seiner Rede in der Stadthalle Baunatal. „Und wir sorgen für konkrete Verbesserungen, statt wie die populistischen Parteien nur zu meckern und alles schlecht zu reden“, sagte Dietzel. Die Verhandlungsstärke der IG Metall sorge seit Jahrzehnten für steigende Entgelte und die Zunahme tariflicher Regelungen zugunsten der Beschäftigten. „Das schaffen wir nur gemeinsam und dann, wenn wir uns nicht von Populisten und Extremisten spalten lassen“, sagte der Gewerkschafter. „Die wollen nämlich nicht nur einen Teil eurer Kolleginnen und Kollegen aus dem Land werfen, die wollen auch die sozialen Errungenschaften zerstören, für die viele vor uns lange gekämpft haben,“ rief er den Delegierten zu.
In der IG Metall sei „definitiv kein Platz“ für Rechtsextremisten, erklärte der neu gewählte Zweite Bevollmächtigte Dennis Schindehütte. „Aber wir kämpfen auch um die Unzufriedenen, weil wir davon überzeugt sind, dass unsere Antwort auf die Krisen deutlich mehr Erfolg, Wohlstand und gesellschaftlichen Frieden verspricht als das, was von den Populisten kommt“, sagte Schindehütte. „Wir schaffen mehr, wenn wir solidarisch sind und uns zusammenschließen.“
Tarifverhandlungen für über 25.000 Menschen in Nordhessen
Die IG Metall bereite sich schon jetzt vor auf die Tarifrunde in der Metall- und Elektroindustrie, bei der es im Herbst um Einkommenssteigerungen für über 25.000 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Nordhessen geht. „Ganz oben auf der Agenda stehen für uns außerdem die Sicherheit von Jobs und Standorten und die solidarische Bewältigung der Transformation“, sagte Dietzel. Dabei werde die IG Metall Nordhessen weiterhin eine konstruktive Rolle spielen, „aber klar auf Seiten der Beschäftigten, die nicht zurückgelassen werden dürfen“. Die hohe Zustimmung bei seiner Wiederwahl sei für ihn eine „massive Motivation, unseren erfolgreichen Kurs fortzusetzen“.