Warnstreik bei Hanomag Beschäftigte erhöhen Druck auf Unternehmensführung

Mit einem vierstündigen Warnstreik haben die Beschäftigten von Hanomag Aluminium Solutions am Montag den Druck auf die Unternehmensführung deutlich erhöht.

Warnstreik Hanomag


Rund 70 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer beteiligten sich an der Arbeitsniederlegung und machten damit ihren Unmut über die festgefahrenen Tarifgespräche sichtbar.

Zum Auftakt versammelten sie sich zu einer Kundgebung vor dem Werkstor. Im Anschluss zogen sie in einem Demonstrationszug zur Grillhütte Hertingshausen, um ihren Forderungen nach tariflichen Standards und fairer Bezahlung Nachdruck zu verleihen. Die Beschäftigten des Standorts Kassel sind am morgigen Dienstag ebenfalls zu einem vierstündigen Warnstreik aufgerufen.

Die IG Metall wertet die Beteiligung in Baunatal als klares Signal an die Arbeitgeberseite. „Die Kolleginnen und Kollegen haben heute ein sehr deutliches Zeichen gesetzt“, sagte IG Metall-Sekretär Dr. Frank Klobes. Zugleich kritisierte er die bisherige Haltung des Unternehmens scharf. Nach dem ersten Warnstreik habe es keinerlei Bewegung gegeben. „Jetzt ist der Arbeitgeber am Zug. Die Beschäftigten erwarten endlich ernsthafte Verhandlungen und konkrete Schritte in Richtung Tarifvertrag“, so Klobes.

Hintergrund des Konflikts sind erhebliche Unterschiede zu tarifgebundenen Betrieben der Metall- und Elektroindustrie. Die Beschäftigten bei Hanomag Aluminium Solutions müssen teilweise länger arbeiten und erhalten dennoch deutlich geringere Entgelte. Die Forderung nach einer schrittweisen Angleichung an das Tarifniveau bleibt deshalb zentraler Streitpunkt.

Mit der jüngsten Aktion haben die Beschäftigten unmissverständlich klargemacht, dass ihre Geduld schwindet. „Sollte die Unternehmensführung weiterhin auf Zeit spielen, dürfte sich der Tarifkonflikt weiter zuspitzen“, sagte Klobes.